Der Leadership-Skill, über den kaum jemand spricht

Du kannst kein Team gut führen, wenn Deine Energie im Keller ist.

Wenn über Leadership gesprochen wird, geht es meist um folgende Themen: Strategie, Effizienz, Kommunikation, klare Entscheidungen treffen und Performance. Und natürlich ist das alles wichtig, keine Frage.

Was dabei jedoch fast immer unter den Tisch fällt, ist die Grundlage für all das:
Deine Energie.

Deine Energie entscheidet darüber, wie klar Du denkst, wie souverän Du Dein Team führst und wie stabil Du bleibst, wenn im Außen Druck und Chaos auftauchen – was immer wieder passiert.

Eine Klientin hat mir vor einiger Zeit etwas erzählt, das ich in ähnlicher Form immer wieder höre.

Sie sagte:

„Ich wollte mich unbedingt selbständig machen und ich liebe meine Arbeit auch wirklich. Ich freue mich, dass das Geschäft gut läuft, meine Klientinnen zufrieden sind und mein Team engagiert ist.

Aber seit einiger Zeit fühlt sich alles so unglaublich schwer an.

Tagsüber reiht sich ein Termin an den nächsten: Meetings mit Klientinnen, Abstimmungen mit dem Team und zwischendurch klopft ständig jemand an meine Bürotür. Und ich will ja für mein Team da sein, also nehme ich mir auch die Zeit.

Wenn jemand ausfällt, übernehme ich meistens deren Aufgaben auch noch, damit meine Leute nicht noch mehr auf dem Tisch haben.

Abends sitze ich dann lange im Büro und am Wochenende auch meistens wieder am Laptop. Irgendwie muss ich ja hinterherkommen. Und der Haushalt wartet auch noch

Dinge, die mir früher Spaß gemacht haben, wie Malen, Tanzen oder Freunde treffen, fühlen sich jetzt einfach nach zusätzlichem Aufwand an.

Ich merke, wie meine Konzentration nachlässt, ich habe immer öfter Kopfschmerzen und Entscheidungen fallen mir schwerer als früher.

Und manchmal frage ich mich, ob ich dem überhaupt gewachsen bin. Ich verstehe das nicht, andere kriegen das doch auch hin.“

Wenn Du selbst Verantwortung trägst – für ein Team, ein Unternehmen oder Dein eigenes Business – kennst Du das wahrscheinlich auch:

  • Dein Kalender ist randvoll.
  • Jemand im Team braucht dringend Unterstützung oder Deine Entscheidung.
  • Eine Kundin wartet auf Dein Angebot
  • Ein Konflikt schwelt im Hintergrund, der Deiner Aufmerksamkeit bedarf.
  • Und gleichzeitig stapeln sich die Aufgaben auf Deinem Schreibtisch.

Also ziehst Du das Tempo noch ein Stück an, übernimmst noch mehr Aufgaben und hältst alles zusammen. Von außen wirkst Du stark, engagiert, verantwortungsvoll und bist die Person, an die sich alle wenden.

Aber in Dir drin sieht es oft ganz anders aus. Deine Konzentration sinkt, Du reagierst schneller gereizt und Entscheidungen kosten plötzlich deutlich mehr Kraft. Abends, wenn alle anderen schon weg sind, sitzt Du da und merkst, dass Du im Grunde nur noch funktionierst.

Genau hier liegt ein Punkt, über den im Leadership erstaunlich wenig gesprochen wird:

Energiemanagement ist kein Verwöhnprogramm für Softies, es ist eine Führungsvoraussetzung.

Deine Energie entscheidet darüber,

🌱 wie klar Du denkst, wenn mehrere Entscheidungen gleichzeitig anstehen,

🌱 wie präsent Du in einem schwierigen Mitarbeitergespräch bleibst,

🌱 wie ruhig Du reagierst, wenn im Team Druck entsteht

🌱 und ob Dein Umfeld Dich als stabile und souveräne Führungskraft wahrnimmt.

Wenn Deine Energie dauerhaft im Keller ist, passiert etwas, das viele Führungskräfte erst spät bemerken: Du arbeitest immer mehr – und bewirkst immer weniger.

Deine Gedanken drehen sich im Kreis, Du reagierst nur noch auf das Nächste, was aufpoppt, und Dein Blick wird enger. Dinge, die früher leicht gingen und sogar Spaß gemacht haben, kosten plötzlich überproportional viel Kraft.

Das liegt selten daran, dass Dir Kompetenz fehlt oder Du Dich nicht genug anstrengst.

Meist fehlt Dir schlicht eine grundlegende Ressource für gute Führung: Stabile persönliche Energie.

Was also tun, wenn Du merkst, dass Deine Energie langsam abrutscht?
Hier sind vier Dinge, die meine Klientinnen im Führungsalltag tatsächlich umsetzen – ohne ihr ganzes Leben umzukrempeln.

Vier simple Techniken, Deine Energie zu managen

Diese Techniken sind einfach in Deinen Alltag zu integrieren und haben große Wirkung.

1. Setze klare Grenzen
Viele Frauen in Führungsrollen übernehmen mehr, als ihre Rolle eigentlich verlangt. Sie springen ein, halten Dinge zusammen und wollen niemanden zusätzlich belasten.

Frag Dich zwischendurch immer wieder ganz bewusst:
Gehört diese Aufgabe wirklich zu meiner Verantwortung – oder übernehme ich sie gerade, um niemanden zu enttäuschen?

Jedes klare Nein schafft Raum für das, was wirklich wichtig für Dich ist.

2. Schau Dir Deinen Kalender ehrlich an
Wenn jeder Tag komplett zugepflastert ist, bleibt keine Energie übrig, um wirklich zu führen. Dann reagierst Du nur noch auf Termine.

Plane pro Tag maximal ein bis zwei größere Aufgaben und zwei bis drei kleinere Punkte ein. Der Rest braucht Luft. Führung passiert oft genau in diesen Zwischenräumen.

3. Baue Puffer und Pausen ein
Zwischen zwei Meetings kurz aufzustehen, Dich zu bewegen oder einmal frische Luft zu schnappen wirkt banal – hat aber enorme Wirkung.

Plane bewusst 15 bis 20 Minuten Puffer zwischen Terminen ein und steh alle 90 Minuten für ein paar Minuten vom Schreibtisch auf. Dein Körper und Geist brauchen diese kleinen Reset-Momente.

Das hast Du wahrscheinlich alles schon einmal gehört. Die spannendere Frage ist: Machst Du es auch wirklich im Alltag?

4. Plane bewusst Zeit für Regeneration
Trag Dir echte Erholungszeit in Deinen Kalender ein – und behandle diese Termine genauso verbindlich wie Meetings mit Klientinnen.

Eine Mittagspause außerhalb des Büros, ein Spaziergang, Yoga, Tanzen, Schwimmen oder einfach Zeit ohne Bildschirm. Das sind Erholungs-Oasen im Alltag, die Deine Energie wieder aufladen.

Eine Methode, die viele meiner Klientinnen zusätzlich nutzen, ist Tapping. Damit lässt sich Stress erstaunlich schnell herunterregulieren und Energie hochfahren – besonders an Tagen, an denen alles gleichzeitig auf Dich einprasselt.

Im Video habe ich Dir deshalb eine kurze Tapping-Sequenz aufgenommen, die Du direkt mitmachen kannst. Sie dauert nur ein paar Minuten und hilft Dir, Dein Stresslevel herunterzufahren, Deinen Kopf wieder klarer zu bekommen und innerlich wieder etwas mehr Ruhe zu finden.

Du kannst sie morgens vor dem ersten Meeting machen, zwischen zwei Terminen oder abends, wenn Dein Kopf noch auf Hochtouren läuft.

Denk immer daran:
Das, was Du für Dich selbst tust, tust Du auch für andere.

Manchmal reichen ein paar Minuten, um wieder bei Dir selbst anzukommen. Und genau aus dieser Stabilität heraus führst Du Dein Team am besten.

Herzliche Grüße
Deine Sibylle 🌸

P.S. Du kennst die Tapping-Punkte noch nicht? Dann schau Dir zuerst mein kurzes Video dazu an.

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Ich schreibe so, dass es einfach und flüssig zu lesen ist. Sprache sollte sich gut anfühlen, statt kompliziert zu sein. Viel wichtiger als Wortkonstruktionen ist für mich echte Gleichberechtigung ALLER im Alltag.

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Ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Alles, was ich hier teile, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und der Arbeit mit meinen Klientinnen. Es ist meine persönliche Meinung, geprägt von dem, was ich bisher gelernt und erlebt habe.

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