Der Druck, den niemand sieht

Von außen sieht alles super aus.

Du funktionierst wie ein Schweizer Uhrwerk. Im Job bist Du präsent, bringst Höchstleistung und lieferst Ergebnisse, bist professionell und wirkst dabei auch noch ruhig und souverän. Du bist die, an die sich alle wenden, denn Du bist zuverlässig und hast immer ein offenes Ohr für alle.

Auf dem Nachhauseweg beantwortest Du abschließend kurz eine Nachricht Deiner Klientin und springst schnell in den Supermarkt. Zu Hause kochst Du etwas „Einfaches“ während Dein Partner Dir von seinen beruflichen Problemen erzählt. Später hörst Du Dir die Sorgen Deiner Freundin am Telefon an und bevor Du ins Bett gehst, räumst Du schnell noch die Wohnung ein bisschen auf.

Du bist der Fels in der Brandung und trotzdem fühlt es sich für Dich oft ganz anders an.

Die eigentliche Belastung findet in Deinem Kopf statt

Viele Frauen glauben, ihr größter Stress entsteht durch ihren vollen Terminkalender.

Aber der eigentliche Druck entsteht oft gar nicht durch die Menge der Aufgaben, sondern durch das, was alles gleichzeitig passiert.

Den lieben langen Tag, bevor und während Du machst und tust, läuft Dein inneres Programm pausenlos auf Hochtouren:

  • Du denkst für alle mit und voraus.
  • Du planst und koordinierst.
  • Du übernimmst für alles und alle Verantwortung.
  • Du versuchst, Konflikte zu vermeiden oder gar zu lösen.
  • Du achtest darauf, dass sich niemand übergangen fühlt.
  • Du hinterfragst immer wieder Deine Entscheidungen.

Und Du überprüfst Dich selbst ständig.

Und nachts liegst Du wach und in Deinem Kopf läuft ein ganzer Film ab:

  • Hoffentlich habe ich an alles gedacht.
  • Was ist, wenn ich morgen im Meeting etwas übersehe?
  • War ich gestern zu direkt?
  • Oder vielleicht nicht klar genug?
  • Hoffentlich denkt jetzt niemand, ich sei schwierig.
  • Ich sollte mich noch bei der Kollegin XYZ melden.
  • Das hätte ich besser machen können.
  • Ich muss unbedingt …

Diese inneren Prozesse laufen automatisch ab und kosten dich unglaublich viel Kraft.

Nach außen merkt davon kaum jemand etwas, weil Du alles still und leise trägst und ganz selbstverständlich funktionierst. So, als würde sich alles wie von selbst erledigen.

Und Du selbst nimmst Deine enormen Leistungen nicht mehr wahr, weil sie schon vor langer Zeit Deine Normalität geworden sind.

Du bist damit nicht allein

Viele Frauen kommen zu mir und sagen anfangs:

„Eigentlich geht es mir doch gut. Klar habe ich Stress, aber wer hat den nicht? Ich verstehe nicht, warum ich ständig so müde bin. Nichts macht mir mehr richtig Freude. Ich fühle mich so ausgelaugt.“

Wenn wir dann gemeinsam etwas genauer hinschauen, stellen sie meist fest, dass sie ihre eigenen Grenzen schon lange überschreiten. Und oft lassen sie auch zu, dass anderen ihre Grenzen immer wieder verletzen.

Kein Wunder also, dass irgendwann die ersten Warnsignale auftauchen:

  • Schlafprobleme.
  • Ständige Müdigkeit.
  • Verspannungen.
  • Kopfschmerzen.
  • Reizbarkeit.
  • Konzentrationsprobleme.
  • Schuldgefühle.
  • Das Gefühl, nur noch zu funktionieren.
  • etc.

Du fragst Dich jetzt vielleicht, warum achten die Frauen – und auch ich – eigentlich nicht besser auf unsere Grenzen? Warum setzen wir uns ständig so unter Druck?

Die Antwort ist einfacher als Du denkst: Du steckst in alten, ein- und feingeschliffenen Denk- und Verhaltens-Mustern fest. Es sind Deine blinden Flecken und deshalb erkennst Du sie oft gar nicht mehr.

Du hast früh gelernt, fürsorglich zu sein

Du verhältst Dich nicht so, weil mit Dir etwas nicht stimmt, sondern weil Du es irgendwann so gelernt hast.

Vielleicht hast Du bereits als kleines Mädchen die Erfahrung gemacht, dass

… Anpassung Sicherheit gibt.
… Leistung Anerkennung bringt.
… Du stark sein musst.
… Du anderen nicht zur Last fallen darfst.
… keine Fehler machen darfst.
… Du es besser gescheit oder gar nicht machst.

Und vielleicht hat Dir das damals auch alles geholfen, Dich in der Welt zurechtzufinden und erfolgreich zu sein, aber heute zahlt Dein Nervensystem dafür den Preis.

Raus aus dem Muster und raus aus dem Druck

Es geht nicht darum, noch belastbarer oder produktiver zu werden. Du brauchst keine noch bessere To-Do-Liste und auch keinen Tipp, wie Du Deine Zeit noch effizienter nutzt und Dich besser organisierst.

Was Du brauchst, ist etwas ganz anderes:
Du darfst Deine alten Mustern Schritt für Schritt durch Neue ersetzen. So holst Du Dir Stabilität in Dein Leben zurück:

Deine Erlaubnis

Erlaube Dir selbst ganz bewusst, aus Deinem alten Programm, auszusteigen und den ständigen Druck loszulassen. Damit schaffst Du Dir Raum zum klaren Denken.

Dich selbst anerkennen

Mach Dir bewusst, was Du jeden Tag alles trägst. Schreib es auf und ergänze die Liste immer wieder. Viele Frauen sind überrascht, wie lange sie wird.

Was willst Du?

Wie würde Dein perfekter Tag aussehen? Beschreibe ihn so konkret wie möglich – so, als würdest Du ihn bereits leben.

Sprich über Erwartungen

Kläre in offenen Gesprächen, was andere von Dir erwarten und ob Du das überhaupt leisten möchtest und kannst. Genauso wichtig ist es, Deine eigenen Erwartungen offen anzusprechen und ein klares Nein zu akzeptieren.

Mach Belastung sichtbar

Setzte klare Prioritäten, sag ehrlich, wenn Dir was zu viel wird, sag bewusst Nein und bitte um Unterstützung, wenn nötig. Du musst nicht alles allein tragen und auch Verantwortung darf geteilt werden.

Deine Bedürfnisse wahrnehmen

Halte tagsüber immer mal wieder inne und frag Dich, was Du gerade brauchst. Auf Deine Bedürfnisse achten, hilft Dir neue Gewohnheiten entstehen zu lassen.

Schaffe Erholungs-Oasen

Plane regelmäßig kurze und auch längere Zeiten einplanen, die nur Dir gehören und in denen Du wieder auftanken kannst.

All das hilft Dir, Dich selbst immer wieder und immer mehr wahrzunehmen und so die alten Muster zu erkennen und dann genau das Gegenteil zu tun, was Du sonst getan hättest.

Echte Stärke beginnt da, wo Du aufhörst, Dich selbst permanent unter Druck zu setzen.

Vielleicht hast Du Dich an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt und vielleicht ist Dir auch schon ein bisschen bewusster geworden, wie viel Kraft Dich nicht Deine Aufgaben kosten – sondern vor allem der Druck, den Du Dir selbst machst.

👉 Genau hier setzt das heutige Tapping im Video an. Es hilft Dir dabei, den inneren Druck herunterzufahren, wieder bei Dir selbst anzukommen und aus dem ständigen Funktionieren auszusteigen. So kannst Du klarer denken, bessere Entscheidungen treffen und Schritt für Schritt neue Gewohnheiten entwickeln.

Ich wünsche Dir, dass dieses Tapping nicht einfach nur eine kleine Pause wird, sondern der Beginn eines freundlicheren Umgangs mit Dir selbst.

Denk immer daran:

Du bist nicht hier, um allen Erwartungen gerecht zu werden, Du bist hier, um Dein eigenes Leben zu leben und das beginnt oft mit einer einzigen Entscheidung:
„Heute höre ich auf, mich selbst permanent unter Druck zu setzen.“

Lass es Dir gut gehen – immer. 💖

Herzliche Grüße,
Deine Sibylle 🌸

P.S. Du kennst die Tapping-Punkte noch nicht?
Dann schau Dir zuerst mein kurzes Video dazu an.

Gender-Hinweis

Ich schreibe so, dass es einfach und flüssig zu lesen ist. Meiner Meinung nach, sollte Sprache sich gut anfühlen, statt kompliziert zu sein. Viel wichtiger als Wortkonstruktionen ist für mich echte Gleichberechtigung ALLER im Alltag.

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Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Lernzwecken. Er soll Dich inspirieren und zum Nachdenken anregen. Was Du daraus machst – ob und wie Du etwas umsetzt –, liegt ganz bei Dir.

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Ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Alles, was ich hier teile, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und der Arbeit mit meinen Klientinnen. Es ist meine persönliche Meinung, geprägt von dem, was ich bisher gelernt und erlebt habe.

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© sibylle chaudhuri | coaching & training

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