
Schon eine ganze Weile beschäftigt mich etwas, das ich heute ansprechen möchte, weil ich glaube, dass es viele von uns still und leise kaputt macht.
Das Muster, das ich immer wieder beobachte
Über die Jahre hinweg beobachte ich gerade auch bei Frauen in Führungspositionen immer wieder dasselbe Muster: Sie begegnen eigentlich jedem Menschen empthisch – nur sich selbst nicht.
So viele Frauen, die ich kenne, sind ambitioniert und erfolgreich, sie sind unglaublich kompetent, sie halten ihre Teams und auch alles andere zusammen UND sie sind fast ausnahmslos erstaunlich schlecht darin, sich selbst mit grundlegender Freundlichkeit, Verständnis und Mitgefühl zu begegnen.
Wirklich erstaunlich schlecht.
Wo bleibt die Empathie für Dich selbst?
Du sitzt mit unendlich viel Geduld bei einer Kollegin, die gerade durch eine Krise geht. Du coachst eine Mitarbeiterin durch einen Fehler, ohne sie dafür zu verurteilen. Aber sobald Du selbst erschöpft oder unsicher bist oder das Gefühl hast, gerade einmal nicht 100 Prozent zu leisten, beginnt sofort die innere Bestrafung:
„Was stimmt nicht mit mir?“
„Das kann ja wohl nicht so schwer sein.“
„Andere schaffen das doch auch.“
„Stell Dich nicht so an.“
„Du musst Dich nur ein bisschen mehr anstrengen.“
Ich habe das bei mir selbst beobachtet und ich habe es bei Frauen gesehen, die ich zutiefst respektiere.
Gelernt ist gelernt
Ich glaube nicht, dass etwas nicht mit uns stimmt, ich glaube, es ist etwas, das wir vor langer Zeit so gelernt haben – und zwar so gründlich, dass wir es selbst gar nicht mehr wahrnehmen.
Du hast gelernt …
… zu funktionieren, statt Dich wahrzunehmenz
… zu leisten, statt Dir selbst mal zuzuhören und
… Dich anzupassen, statt mit dem verbunden zu bleiben, was tatsächlich in Dir passiert.
Und ganz ehrlich? Je weiter Du aufsteigst, desto schlimmer kann es werden. Denn jetzt gibt es noch mehr Menschen, die auf Dich angewiesen sind, noch mehr Gründe, die Maske aufrechtzuerhalten, und noch mehr Beweise dafür, dass „es doch funktioniert“ – selbst dann, wenn Du innerlich längst am Limit bist.
Selbstmitgefühl ist keine Schwäche
Ich glaube, es hilft schon viel, wenn wir uns immer wieder daran erinnern, dass Selbstmitgefühl keine Schwäche ist. Es ist vielmehr die Grundlage für jede echte Verbindung mit anderen Menschen.
Und alte Muster können wir unterbrechen und durch Neue ersetzen.
ls ich angefangen habe, mir selbst dieselben Fragen zu stellen, die ich auch einer Freundin stellen würde, wenn sie zu mir kommt …
„Was ist gerade los bei Dir?“
„Was brauchst Du eigentlich wirklich?“
„Was ist da noch unterhalb Deiner Frustration?“
… hat sich mehr verändert, als ich erwartet hätte:
🌱 Ich habe weniger impulsiv auf andere reagiert im Business und privat.
🌱 Ich war weniger nachtragend in meinen Beziehungen.
🌱 Und ich war weniger von diesem ständigen inneren Druck getrieben, der sagt: „Mehr. Schneller. Besser. Weiter. Keine Zeit für Pause.“
Auf einmal waren da mehr innere Ruhe und Harmonie in allen Beziehungen – auch mit mir selbst.
Bessere Systeme und mehr Disziplin helfen da auch nicht
Was wäre, wenn die Erschöpfung und Überforderung, die so viele von uns mit sich herumtragen – und vielleicht auch Du – gar kein Zeichen dafür sind, dass wir bessere Systeme oder mehr Disziplin brauchen?
Was wäre, wenn sie Dir vielmehr zeigen, dass Du den grundlegenden Kontakt zu Dir selbst verloren hast – und genau diese Verbindung wieder aufbauen solltest, bevor sich wirklich etwas verändern kann?
Drei Dinge haben mir dabei geholfen, das zu üben.
Und ja: „Üben“ ist tatsächlich das richtige Wort, denn ganz natürlich von selbst kommt es bei mir noch immer nicht.
3 Dinge, die Dir helfen können
1. Deine Gefühle wahrnehmen, ohne sie sofort verändern zu wollen.
Sie einfach für einen Moment da sein lassen.
Nicht: „Ich bin angespannt. Wie werde ich diese Anspannung los?“
Sondern: „Ich bin angespannt. Okay. Angesichts dessen, was gerade passiert, ist das nachvollziehbar.“
2. Mir selbst dieselbe Geduld entgegenbringen, die ich einem Menschen entgegenbringen würde, der mir wichtig ist.
Das klingt offensichtlich, aber achten wir bewusst darauf?
Erst als ich anfing, immer mal wieder bei mir einzuchecken, wie ich mit mir selbst rede, habe ich festgestellt, was für eine zickige Quasselstrippe ich da im Kopf habe.
3. Eigene Fehler mit Neugier statt Verachtung betrachten.
Nicht: „Das hätte ich doch besser wissen müssen.“
Sondern: „Was war da eigentlich gerade bei mir los?“
Was sich dadurch verändert hat
Das Überraschendste für mich war: Als ich damit angefangen habe, mir selbst diese Art von Mitgefühl entgegenzubringen, wurde ich tatsächlich besser darin, mich mit anderen Menschen zu verbinden. Denn, als ich nicht mehr vor meiner eigenen inneren Welt davongelaufen bin, konnte ich endlich tatsächlich präsent bei anderen Menschen mit ihren Themen sein.
Wie gehst Du mit Dir selbst um?
Erkennst Du dieses Muster bei Dir?
Und wenn ja, wie gehst Du damit um?
Ich bin wirklich neugierig, weil ich denke, dass wir im Leadership-Kontet zwar über Resilienz, Durchhaltevermögen und auch darüber reden, immer weiterzumachen – dieses „getriebene weiter“, ohne ab und zu mal in uns hineinzuhorchen. Aber, wir sprechen selten darüber, was es uns kostet, wenn wir diese Empathie nie auch mal nach innen richten.
Vielleicht ist es Zeit, wieder bei Dir anzukommen
Ich biete zum Herbstanfang ein Online-Retreat für high-achieving Frauen an, die nach außen sehr leistungsfähig und erfolgreich wirken, sich selbst aber irgendwo auf dem Weg verloren haben.
Es kann Dir helfen, Deinen inneren Druck zu reduzieren, wieder bei Dir anzukommen und Dir selbst mehr zu vertrauen – damit Du klarer entscheiden, für Dich einstehen und Deinen eigenen Weg gehen kannst.
Achte im nächsten Newsletter auf die offizielle Ankündigung und den Anmelde-Link.
Und jetzt gleich ein paar Minuten nur für Dich
Und weil Selbstmitgefühl nicht nur etwas ist, das wir verstehen müssen, sondern etwas, das wir tatsächlich üben können, habe ich heute ein kurzes Tapping für Dich aufgenommen.
Es geht diesmal darum, für ein paar Minuten innezuhalten und Dir selbst mit derselben Aufmerksamkeit und Freundlichkeit zu begegnen, die Du wahrscheinlich ganz selbstverständlich einem Menschen schenken würdest, der Dir wichtig ist.
Wenn Du magst, mach direkt mit.
Du musst nicht gleich liebevoll mit Dir selbst sprechen.
Hör heute einfach ab und zu mal auf Deine innere Stimme: Wie sie klingt und was sie so erzählt.
Pass gut auf Dich auf.
Herzliche Grüße
Deine Sibylle 🌸
P.S. Du kennst die Tapping-Punkte noch nicht?
Dann schau Dir zuerst mein kurzes Video dazu an.
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Ich schreibe so, dass es einfach und flüssig zu lesen ist. Meiner Meinung nach, sollte Sprache sich gut anfühlen, statt kompliziert zu sein. Viel wichtiger als Wortkonstruktionen ist für mich echte Gleichberechtigung ALLER im Alltag.
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