
Ich oute mich heute mal.
Ich bin ständig von Angst begleitet, immer wieder muss ich mich mit der Tussi auseinandersetzen. Und auch das macht mir Angst, weil ich nie weiß, wann sie mir das nächste Mal wieder im Weg steht.
Früher hab ich mich viel zu oft von ihr aufhalten lassen. Ich hab mich einfach nicht an ihr vorbeigetraut. Ich wollte sie auch nicht im Nacken sitzen haben, denn ständig das Gefühl zu haben, vor etwas auf der Flucht zu sein, ist mir einfach zu anstrengend. Es kostet Energie, ist stressig und diese ewigen Schulter-Nacken-Verspannungen brauche ich ehrlich gesagt auch nicht.
Irgendwann habe ich beschlossen, mein Leben nicht länger nach meiner Angst auszurichten, sondern nach dem, was ich wirklich will. Und Zack, schon stand sie wieder vor mir.
Heute weiß ich: Das ist kein Zeichen dafür, dass mit mir etwas nicht stimmt. Es ist ein Zeichen dafür, dass ich Mensch bin.
Hand auf’s Herz:
⚡️ Hattest Du schon mal eine richtig gute Idee und hast sie trotzdem nie umgesetzt? Du hast nie damit angefangen oder alles auf die lange Bank geschoben und irgendwann dachtest Du „Okay, ich hab’s probiert, aber es hat nicht geklappt“?
⚡️ Oder hast Du Dir vorgenommen, endlich etwas zu verändern und schon kamen Dir Gedanken wie:
- Was, wenn ich nicht das Zeug dazu habe?
- Was denken meine Familie, Freunde, Kollegen, Team, etc.?
- Was, wenn es schief geht?
- Und was, wenn ich erfolgreich bin und alles wird plötzlich anders?
⚡️ Hast Du Dich schon mal gefragt, warum Du nicht das tust, was Du wirklich gerne tun würdest?
Die Antwort führt fast immer zurück zur Angst. Denn sie ist es, die uns letztendlich zurückhält:
Angst ist nicht Dein Feind
Angst hält Dich klein und lähmt Dich – aber das tut sie nur, wenn Du sie lässt.
Du kennst sie wahrscheinlich auch:
- Die Angst, nicht gut genug zu sein.
- Die Angst, nicht mehr gemocht oder sogar abgelehnt zu werden.
- Die Angst, wieder zu versagen.
- Oder die Angst, plötzlich sichtbar zu werden.
Aber weißt Du was? Es ist vollkommen okay, Angst zu haben und wir dürfen dazu stehen. Denn das Schlimmste, das wir tun können, ist, gegen die Angst anzukämpfen.
Du kennst vielleicht auch das englische Sprichwort:
„What you resist persists.“
Das gilt auch für Deine Angst: Je mehr Du gegen sie kämpfst, desto größer wird sie. Je mehr Energie Du darauf verwendest, sie loswerden zu wollen, desto mehr Macht gibst Du ihr.
Es geht auch gar nicht darum, die Angst zu bekämpfen. Es geht darum sie anzunehmen. Sie ist ja eh schon da und wird auch immer wieder auftauchen, und zwar dann, wenn Du sie gerade am wenigsten brauchen kannst.
Warum?
Weil Dein Gehirn – und übrigens auch meins und das aller Menschen – Dich beschützen will. Es will außerdem Energie sparen und Dich möglichst da halten, wo alles vertraut ist.
Sobald Du etwas Neues ausprobieren oder etwas verändern willst, also Deine Komfortzone verlassen willst, meldet sich Deine Angst-Tussi sofort zu Wort:
„Bloß nicht! Was, wenn das schief geht? Wer weiß, was alles passierten kann? Bleib lieber hier. Hier kennen wir uns aus und müssen uns nicht so anstrengen.“
Denn alles, was außerhalb Deiner gewohnten Welt liegt, ordmet Dein Gehirn erst einmal als potenzielle Gefahr ein, auch wenn objektiv überhaupt keine Gefahr besteht.
Unbekannt bedeutet für Dein Gehirn „Vorsicht, Gefahr!“
Was Angst im Führungsalltag macht
Gerade ambitionierte Frauen kenne ich oft so:
- Sie arbeiten hervorragend.
- Sie übernehmen Verantwortung.
- Sie denken voraus.
Und trotzdem halten sie sich zurück:
- Sie sprechen eine Idee nicht aus.
- Sie verschieben schwierige Gespräche.
- Sie sagen Ja, obwohl sie Nein meinen.
- Sie erklären sich ständig.
- Oder sie warten auf den perfekten Zeitpunkt.
Nicht, weil sie unfähig wären, sondern weil Ihre Angst sagt:
„Bleib lieber dort, wo es sicher ist.“
Hör auf, gegen Deine Angst zu kämpfen
An diesem Punkt musste ich an ein Zitat von Rumi denken:
„Run from what’s comfortable. Forget safety. Live where you fear to live. Destroy your reputation. Be notorious. I have tried prudent planning long enough. From now on I’ll be mad.”
Du denkst vielleicht: Im Ernst jetzt? Leichter gesagt, als getan.
Deshalb hier noch einmal meine interpretierte Version, die Rumis Botschaft für ambitionierte Frauen in unserer heutigen Welt gut transportiert:
Verlass das, was bequem und vertraut ist. Höre auf, Sicherheit über Dein Wachstum zu stellen. Geh dorthin, wo Deine Angst Dich bisher zurückgehalten hat. Hab den Mut, Dich in Deiner Einzigartigkeit zu zeigen und dafür berüchtigt zu sein. Ich habe lange genug versucht, alles perfekt zu planen. Jetzt ist es Zeit, mutig meinen eigenen Weg zu gehen.
– frei nach Rumi
Hmm … Immer noch schöne Theorie.
Denn Deine Angst verschwindet ja nicht einfach so, nur weil Du verstanden hast, wie sie funktioniert.
Zuallererst geht es darum, die Angst wahrzunehmen und da sein zu lassen. Also die ganz normale biologische Stressreaktion Deines Nervensystems: Kämpfen, fliehen oder erstarren.
Frag Dich immer wieder:
- Wo und wann fängst Du an, besondere Situationen zu meiden?
- Welche Aufgaben schiebst Du immer wieder vor Dir her?
- Wann bleibst Du stumm, obwohl Du eigentlich etwas sagen möchtest?
- Wann arbeitest Du plötzlich wie verrückt an etwas, das Dich Deinem Ziel eigentlich gar nicht näher bringt?
- Wann hast Du das Gefühl, Dich ständig rechtfertigen oder erklären zu müssen?
- Etc.
All Das sind Anzeichen von Angst.
Wenn Du aufhörst, Deine Angst wegzudrücken, und stattdessen neugierig wirst, beginnst Du, ihr zuzuhören. Und genau dort liegt der Schlüssel, denn Angst kann Dir die Antwort geben, nach der Du die ganze Zeit suchst.
Sie zeigt Dir, warum Du bestimmte Aufgaben, Situationen oder Entscheidungen immer wieder vermeidest. Sie zeigt Dir, was Dich tatsächlich davon abhält, das Leben zu führen, das Du Dir wünschst.
Den Mut hinzuschauen und zuzuhören kannst Du trainieren, indem Du Dir immer wieder klarmachst, dass die Angst Dich eigentlich immer nur schützen will.
Deine Angst kann nicht zwischen einer echten Gefahr und den Katastrophen unterscheiden, die Du Dir in Deinem Kopf ausmalst.
Aber den Part kannst Du für sie übernehmen, und zwar indem Du Dich immer wieder fragst:
🌱 Was genau macht mir gerade Angst?
🌱 Wovor will sie mich eigentlich schützen?
🌱 Ist das eine reale Gefahr, oder nur eine Geschichte, die mir meine Angst-Tussi erzählt?
🌱 Was ist das Schlimmste, das mir hier passieren kann?
🌱 Sollte das tatsächlich eintreten, könnte ich dann damit umgehen?
Du denkst jetzt vielleicht: Okay, alles schön und gut und mein Verstand versteht das auch alles, aber die Angst ist trotzdem noch da.
Wie Du lernst, MIT Deiner Angst DEINEN Weg zu gehen
Es geht darum, Dich mit Deiner Angst anzufreunden, damit Du sie an die Hand nehmen und mit ihr weitergehen kannst. Aber das ist nichts, was Du von jetzt auf gleich lernst. Es braucht etwas Zeit und Übung. Und genau dafür will ich Dir noch einmal Rumis Tipps ans Herz legen:
1. Immer wieder raus aus der Komfortzone: Fang mit Kleinigkeiten an und dann werde mutiger. Lern den Unterschied Deiner Körpersignale zwischen Gefahr und Unbehagen kennen. Anschließend lass immer öfter Unbehagen zu, damit Du Dich weiterentwickeln kannst.
2. Vergiss Sicherheit: Sie ist eine Illusion, das Leben ist lebensgefährlich und endet meistens tödlich. Die Frage ist:
Wie viel möchtest Du auf Deinem Sterbebett bereuen?
3. Begib Dich dorthin, wo Du Angst hast, hinzugehen: Die meisten Deiner Ängste sind keine Bedrohung für Dein Überleben. Dein neues Business starten, für Dich einzustehen oder Deine Zielgruppe ansprechen, stellen keine wirkliche Gefahr für Dich dar.
4. Hab den Mut berühmt-berüchtigt zu sein: Lerne, Dichselbstbewusst mit Deiner Einzigartigkeit zu zeigen und zu strahlen, anstatt Dich anzupassen. Hab keine Angst auch mal anzuecken und Dich zu verändern. Du musst Dich nicht kleinmachen und immer zustimmen, damit andere sich besser fühlen.
Trau Dich, Dich im Lauf Deines Lebens immer wieder neu zu erfinden, denn mit jedem Wachstum entwickeln Du und damit Deine Identität Euch stetig weiter.
5. Verabschiede Dich von Deinem Wunsch nach Perfektion und absoluter Sicherheit: Denn, die gibt es nicht – nur die Illusion davon in der Welt, in der wir leben – mit all ihrer Technologie und was damit möglich ist.
Du wirst nie so weit sein und den perfekten Zeitpunkt erreichen, um anzufangen, Deinen Weg zu gehen. Also kannst Du es genauso gut jetzt tun.
Vielleicht ist heute genau der richtige Tag, Deiner Angst nicht länger das Steuer zu überlassen.
Sie darf mitfahren. Sie darf auch laut sein. Aber Du sitzt sicher und fest im Fahrersitz und entscheidest, wohin Dein Weg führt.
Denn Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst loszugehen und weiterzugehen.
Wie Du bereits festgestellt hast, lässt Dein Nervensystem sich nicht einfach so durch Wissen und gute Argumente beruhigen. Angst ist nicht nur ein Gedanke, sondern auch eine Reaktion Deines Nervensystems. Du spürst sie in Deinem Körper und dieses Gefühl ist real.
Es gilt also, Dein Nervensystem und Deinen Körper zu beruhigen.
Dafür ist Tapping ein wunderbares Tool: Wenn Du an den Punkten tappst, während Du an das denkst, was Dir Angst macht, schickst Du ein Beruhigungssignal an Deine Amygdala, dem Stresszentrum in Deinem Gehirn, und sie leitet es sofort an Deinen Körper weiter. So bringst Du wieder mehr Ruhe, Klarheit und Sicherheit in Dein Leben.
👉 In meinem heutigen Tapping-Video unterstütze ich Dich dabei, aus dem Alarmmodus auszusteigen, Deiner Angst mit mehr Ruhe zu begegnen und den Mut zu stärken, trotz Unsicherheit Deinen eigenen Weg zu gehen.
Nimm Dir dafür nur ein paar Minuten. Vielleicht ist genau das heute der erste Schritt, Deiner Angst nicht länger das Steuer zu überlassen.
Ich wünsche Dir nicht, dass Deine Angst verschwindet, sondern dass sie ihren Platz wechselt. Nicht mehr vor Dir, sondern an Deiner Seite. Denn Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, die Angst an die Hand zu nehmen und mit ihr weiterzugehen.
Ich wünsche Dir eine Woche, in der Du Dir selbst mehr zutraust, als Deine Angst Dir glauben machen möchte.
P.S. Du kennst die Tapping-Punkte noch nicht?
Dann schau Dir zuerst mein kurzes Video dazu an.
Herzliche Grüße
Deine Sibylle 🌸
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Ich schreibe so, dass es einfach und flüssig zu lesen ist. Meiner Meinung nach, sollte Sprache sich gut anfühlen, statt kompliziert zu sein. Viel wichtiger als Wortkonstruktionen ist für mich echte Gleichberechtigung ALLER im Alltag.
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