Es hat mehr mit ihnen zu tun als mit Dir

3 Schritte zu weniger Stress und stabileren Beziehungen

Ich erinnere mich noch genau an dieses Meeting aus meiner Unternehmenszeit mit einer Geschäftspartnerin.

Ich hatte einen neuen Kunden akquiriert und stellte voller Stolz und Energie das Projekt vor. Die Idee. Das Potenzial. Die nächsten Schritte. In der kommenden Woche sollte unser erstes gemeinsames Treffen stattfinden.

Ich war überzeugt: Das wird großartig.

Sie sah mich an und fragte nur:

„War das alles?“

Dann stand sie auf, packte ihre Sachen und sagte:
„Ich muss los.“

Ich war irritiert und fragte sie:
„Ist das jetzt dein ganzer Kommentar dazu oder sprechen wir später noch darüber?“

Sie schaute mich an und sagte nur:
„Nimm doch nicht immer alles gleich persönlich.“

In meinem Kopf fingen sofort alle Synapsen an loszufeuern:
Das war nicht gut genug.

Ich war nicht gut genug.

Sie hält nichts von meiner Arbeit.

Heute weiß ich:
Bestimmte Situationen und Bemerkungen – auch wenn sie mich betreffen – haben meistens nichts mit mir zu tun.

Und genau darum geht es.

Warum wir so schnell alles persönlich nehmen

Ich denke, wir alle haben solche oder ähnliche Situationen schon einmal erlebt:

Eine Mitarbeiterin ist im Strategiegespräch abwesend.
Du denkst: „Hört hier überhaupt noch jemand zu?“

Eine Kundin meldet sich nach Deiner Präsentation nicht mehr.
Du denkst: „Super. Ich habe es vermasselt.“

Eine Kollegin läuft an Dir vorbei, ohne zu grüßen.
Du denkst: „Habe ich etwas falsch gemacht?“

Deine Chefin kritisiert Deine Arbeit.
Du denkst: „Ich bin einfach nicht gut genug.“

Und was sind oft die Fakten?

Die Mitarbeiterin hat private Sorgen.

Die Kundin kämpft mit Budgetkürzungen.

Die Kollegin ist in Gedanken bei ihrer Präsentation.

Die Chefin steht selbst massiv unter Druck.

Wie Menschen in Deinem Umfeld reagieren – was sie tun oder sagen – hat in den seltensten Fällen wirklich mit Dir zu tun. Es sind ihre Themen, ihre Geschichten, ihre inneren Spannungen, die sie auf Dich projizieren.

Dass wir Situationen trotzdem persönlich nehmen, hat zwei Gründe

1. Evolutionärer Alarmmodus

Wer von unseren Urahnen am besten in die soziale Gemeinschaft eingebunden war und soziale Bedrohung frühzeitig erkannt hat, hatte die besten Überlebenschancen. Unser Gehirn ist darauf programmiert Muster zu erkennen, Zusammenhänge herzustellen – und im Zweifel lieber einmal zu viel Alarm zu schlagen als einmal zu wenig.

2. Dein inneres Kind meldet sich

Wenn wir das Gefühl haben, dass andere sich distanzieren, zurückziehen oder gar Kritik äußern, wird oft unser inneres Kind aktiviert. Es sucht die „Schuld“ schnell bei sich und greift auf altbewährte Schutzstrategien zurück: Selbstvorwürfe, Rückzug, Rechtfertigung oder Abwehr.

Tief im Inneren liegt meist ein starkes Bedürfnis nach Wertschätzung und Anerkennung, Sicherheit, Nähe und Verbundenheit.

Das Problem ist, dass unser Schutzsystem oft wie ein überempfindliches Alarmsystem eines Autos funktioniert. Es geht schon los, wenn nur jemand daran vorbeiläuft.
Wir interpretieren eine zufällige Situation vorschnell als persönlichen Angriff.

Die Folgen: Stress, Selbstzweifel, Konflikte

Das kann erhebliche Auswirkungen auf Dein Wohlbefinden und Deine Performance haben. Denn wenn Du ständig interpretierst, statt prüfst, passiert folgendes:

💥 Erhöhte Stressbelastung, weil Du Dir unnötige Sorgen machst.

💥 Geringeres Selbstwertgefühl, weil ständiges Grübeln Dein Selbstvertrauen untergräbt.

💥 Belastete Deine Beziehungen, weil vorschnelle Schlussfolgerungen zu Missverständnissen und Konflikten führen können.

Doch Du kannst aus dem Muster aussteigen.

Hier kommen drei Schritte, die Dir helfen.

🌿 Schritte #1 „Nichts persönlich nehmen.“

Tief durchatmen und für andere Möglichkeiten offen bleiben:

  • Nicht jede Reaktion ist eine Bewertung Deiner Person.
  • Nicht jede Kritik ist eine Ablehnung.
  • Nicht jedes Schweigen ist Desinteresse.

Manchmal ist es einfach das Leben der anderen Person.

Wenn Du beginnst, diese Möglichkeit bewusst einzubeziehen, entsteht sofort mehr innere Weite.

Du musst nicht alles auf Dich beziehen.
Du darfst es offenlassen.

🌿 Schritt #2 Beobachterposition einnehmen

Wenn Du das Gefühl hast, irgendetwas stimmt nicht, frag Dich nicht sofort:
„Was stimmt nur nicht mit mir?“
Sondern versuche, die Situation einmal von außen zu betrachten. Wie einen Film, in dem Du eine der Hauptpersonen bist.

Frag Dich:

  • Was sehe ich, wenn ich mir diese Situation mal von außen ansehen?
  • Welche Fakten kenne ich wirklich?
  • Welche Alternativerklärungen gibt es?
  • Was könnte das Verhalten der anderen Person über sie aussagen?

Allein diese kleine innere Distanz schafft emotionale Freiheit. Du steigst aus der automatischen Interpretation aus und gewinnst wieder Handlungsspielraum.

🌿 Schritt #3: Klären statt interpretieren

Ist Dir die Person wichtig und möchtest Du nicht in Annahmen hängenbleiben, dann sprich sie an.

Frag nach:

  • „Ist alles in Ordnung?“
  • „Geht es Dir gut?“
  • „Brauchst Du Unterstützung?“

Damit verlässt Du die Bühne Deiner inneren Geschichte und gehst in echte Verbindung.

Du zeigst der anderen Person:

  • Du bist mir wichtig.
  • Ich will verstehen – nicht urteilen.
  • Ich denke an Dich.

Und genau das stärkt Beziehungen.

Warum innere Ruhe der Schlüssel ist

Heute weiß ich:
In diesem Meeting damals hatte das Verhalten meiner Geschäftspartnerin mit ihr selbst zu tun und nicht mit mir. Aber damals hat mein Nervensystem sofort auf Alarm geschaltet – nicht, weil ich falsch war, sondern weil ich es persönlich genommen habe.

Vielleicht kennst Du auch solche Momente, in denen Dein Kopf loslegt.
Du analysierst, interpretierst, ziehst Schlüsse – und Dein Körper ist längst im Stressmodus.

Und genau hier liegt der entscheidende Punkt:
Solange Dein Nervensystem auf Alarm steht,
kannst Du keine Situation wirklich objektiv beurteilen.

Nicht, weil Du unfähig bist.
Sondern, weil Dein System auf Schutz programmiert ist.

Deshalb gilt es Dein Nervensystem zu regulieren:
🌿 Zuerst den Stress reduzieren – dann interpretieren.
🌿 Erst innere Ruhe – dann Klarheit.

Weniger persönlich nehmen heißt nicht gleichgültig sein

Es bedeutet:

  • Dich selbst nicht sofort infrage zu stellen.
  • Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört.
  • In Beziehungen erwachsen zu handeln.
  • Gut auf Dich selbst zu achten, damit Du Dich dann auch gut um andere kümmern kannst.

Das ist innere Führung mit Herz und Verstand. 💖

Genau hier darfst Du ansetzen.
👉 Ich lade Dich ein, gleich nur ein paar Minuten im begleitenden Video zusammen mit mir zu tappen und Dein Nervensuystem ein wenig auszugleichen.

Lass es Dir gut gehen – immer.

Herzliche Grüße
Deine Sibylle 🌸

P.S. Du kennst die Tapping-Punkte noch nicht? Dann sieh Dir meine kurze Einführung in das Tapping und die Punkte an.

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Ich schreibe so, dass es einfach und flüssig zu lesen ist. Sprache sollte sich gut anfühlen, statt kompliziert zu sein. Viel wichtiger als Wortkonstruktionen ist für mich echte Gleichberechtigung ALLER im Alltag.

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