Wut als Kompass

😡 Ich war wütend – und das war auch gut so.

Letzte Woche saß ich am Laptop und wollte eigentlich „nur kurz was fertig machen“. Stattdessen saß ich plötzlich mit Tränen in den Augen da, Knoten im Bauch – und einem diffusen Gefühl von „Irgendwas ist mir gerade zu viel“.

Mein erster Impuls? Durchatmen, runterschlucken, weitermachen – keine Zeit für Gefühlsduselei.

Aber ich hab’s nicht getan. Ich habe mich hingesetzt, Augen zu, Hand auf’s Herz – und mich gefragt:
„Was fühle ich gerade wirklich?“

✅ Da war Traurigkeit, weil ich nicht auf mich geachtet hatte.

✅ Und ganz viel Wut, weil ich wieder einmal meine Grenze überschritten und mir zu viel aufgeladen hatte.

✅ Und, da war auch Erleichterung – weil ich meinen Emotionen Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Jemand hatte mich um einen Gefallen gebeten und aus meinem Mund war wieder einmal ein „Ja“ gehüpft, obwohl mein Herz „Nein!“ rief. Und ja, auch ich tappe immer mal wieder in die „Ja, ja, ja“-Falle 😵‍💫.

Also nahm ich meine Emotionen als unterstützende Informationen, um in diesem Moment die für mich richtige Entscheidung zu treffen:

👉 Meine für mich wichtigen Aufgaben zuerst zu erledigen.

Abends rief ich die Person an und erklärte ihr ehrlich, dass ich es nicht geschafft hatte. Ich bot an, es gemeinsam zu erledigen und nach 45 Minuten waren wir fertig. Sie war happy und ich war’s auch.

Emotionen als dein Kompass.
NICHT als Kontrollverlust.

Gerade im Business-Kontext denken wir oft, wir müssen immer funktionieren, stark sein und klarkommen. Und dazu gehört natürlich, unsere Gefühle zu kontrollieren.

Aber Gefühle kontrollieren heißt eben nicht sie zu ignorieren oder wegzuschieben. Es geht vielmehr darum sie wahrzunehmen und als Wegweiser zu nutzen, um souverän zu agieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Deine Gefühle verschwinden nicht einfach so, weil du sie ignorierst. Sie haben Signalcharakter und kommen immer wieder – immer stärker – bis du ihnen zuhörst.

Tust du es nicht, wird der Druck immer größer, bis du irgendwann darunter zusammenbrichst:

⚡️ Emotionale Ausbrüche im Krisen-Meeting.

⚡️ Gereiztheit gegenüber Deinem Team und Kolleginnen.

⚡️ Verspannungen, Kopfschmerzen – und sie machen Dich sogar krank.

Das, was wir wegschieben, bleibt. Und manchmal wird es größer.

🌀 Mini-Experiment

Wenn du magst, probier mal dieses Mini-Experiment über die folgenden Tage:

🌸 Nimm dir zwei- oder dreimal am Tag einen Moment nur für dich – zwei Minuten reichen schon.

🌸 Atme einmal tief ein und aus.

🌸 Stell dir die Frage: „Wie fühle ich mich genau jetzt – in diesem Moment?“

🌸 Achte darauf, was in dir auftaucht – ohne zu bewerten.

🌸 Und dann frag dich nochmal: „Was fühle ich – wirklich?“

Kein „ich bin halt gestresst“, kein „passt schon“.
Sondern: Wut? Freude? Angst? Vertrauen? Trauer? Dankbarkeit?

🌸 Einfach da sein lassen. Fühlen. Nichts ändern. Nur wahrnehmen.

Ich verspreche dir:
Je öfter du das machst, desto lebendiger wirst du dich fühlen.
Und desto klarer wirst du in deinen Entscheidungen und deinem Handeln.

Denn Emotionen und Gefühle wollen nicht gesteuert werden.
Sie wollen gefühlt werden.

Dann können sie gehen.

💖 Also lass Deine Emotionen rein und biete ihnen eine Tasse Tee an.

Und jetzt tap doch hier unten im Video gleich einmal ein paar Minuten mit mir mit.

Herzliche Grüße

Deine Sibylle 🌸

Gender-Hinweis

Ich schreibe so, dass es einfach und flüssig zu lesen ist. Sprache sollte sich gut anfühlen, statt kompliziert zu sein. Viel wichtiger als Wortkonstruktionen ist für mich echte Gleichberechtigung ALLER im Alltag.

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Ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Alles, was ich hier teile, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und der Arbeit mit meinen Klientinnen. Es ist meine persönliche Meinung, geprägt von dem, was ich bisher gelernt und erlebt habe.

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